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Sagen und Märchen aus Schlesien, Preußen, Sachsen und Schwaben 1888
By Rosalie Koch
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Description
InhaltZaunk?nig. Ein M?rchenDie Fingerlings-Braut. Eine altpreu?ische Sage.Der Schlo?berg. Eine SageDas Meerfr?ulein. Eine SageDie drei Schwestern. Eine schw?bische Sage.Das Fr?ulein auf dem Schlo?berge. Eine schw?bische Sage.Der Pirol oder Pfingstvogel. Ein M?rchenDer M?hlberg. Eine s?chsische Sage.Der HinzelmannDer Qu?stenberg. Eine Harz-Sage.Gottsche Schaf. Eine schlesische Sage.Noch einmal der R?bezahl
Vorwort:
Wie ein Gru? aus l?ngst vergangener Zeit klingt es, wenn heut ein B?chlein meiner seligen Freundin Rosalie Koch erscheint, nachdem sie nun schon seit 8 Jahren heimgegangen ist. Ein Gru? - nicht eigentlich an das junge V?lkchen, welches diese M?rchen lesen wird; denn diejenigen, welche jetzt Kinder sind, kennen die nicht, welche wieder so freundliche zu ihnen redet und den Kindern gilt`s auch gleich, wer eine Erz?hlung oder ein M?rchen geschrieben hat. Es geht mit den M?rchen wie mit dem Volksliede: niemand wei?, wo es herkommt, wer es zuerst sang - genug, da? es da ist, da? alle sich an ihm erfreuen!
Den M?ttern gilt dieser Gru?, die ihren Kindern gern eine liebliche Jugendschrift in die Hand geben; zun?chst Euch, welche Tante Koch, Tante Sch?ffer und ich so gern "unsere Kinder" nannten, als Ihr selbst noch klein waret und in Jauer bei uns in Pension und Schule einen Teil der gl?cklichen Jugendzeit durchlebtet! Im Geist steht gewi? wieder vor Eurem innern Auge die liebe Tante Koch, wie sie s fr?hlich bei allem Ernst, so thatkr?ftig und emsig, so gerecht und besonders so kinderliebend war. Einige von Euch erinnern sich gewi? der hohen Wonne, die es Euch bereitete, wenn sich Tante Koch erbitten lie?, eines der Manuskripte an denen Ihr sie oft flei?ig schreiben saht, Euch vorzulesen ehe es gedruckt wurde. Als einmal der Schlu? einer Erz?hlung nicht befriedigte, weil er gar traurig war, wie gro? war da Euer Entz?cken, als sie euch zuliebe die Geschichte derart ?nderte, da? sich dann die Verschlingung im fr?hlichen sinne l?ste. Tante Koch verstand es meisterhaft, lebensvolle Gestalten zu schaffen, packende Situationen zu erfinden und so das Interesse und die Spannung der Kinder bis zum Schlu? der Geschichte immer rege zu halten. Alles was sie schrieb, lebte. Es war ihr eine echte Dichterfreude, wenn sie der Kinder Augen bei ihren Erz?hlungen aufmerkend leuchten sah oder aus Kinder-Munde h?rte wie "sch?n" eine ihrer Geschichten gewesen sei.
F?r das M?rchen hatte sie eine besondere Vorliebe. Als mir lange nach ihrem Tode das Lied eines reich begabten Dichters unserer Tage, das den M?rchenzauber besingt, in die H?nde fiel, ?berraschte es mich, wie tief diese Dichtung gerade das ausdr?ckt, was Rosalie Koch stets beim Lesen und Schreiben von M?rchen empfand:
"M?rchenzauber."
Kinderzeit!
Goldener Traum, wer bringt dich wieder!
Wieder locken Amsellieder
Heut zur Waldeseinsamkeit -
Freies Schweifen durch die Matten,
Friedlich Ruh`n im Buchenschatten,
O, wie liegst du mir so weit!
M?rchenpracht!
Deine Wunder uns zu zeigen
Riefst du oft zum Elfenreigen
Waldw?rts uns in Mondesnacht;
Wenn das Irrlicht schwankt am Teiche,
Zwerge bei Schneewittchens Leiche
Stumm begeh`n die Trauerwacht.
Flog ein Reh
Blitzschnell durch die Fichtensprossen,
Sah`n wie Schmerzenreichs Genossen
Ib ihm mit verhalt`nem Weh;
Schl?nglein dort im Waldesscheine
Kronen trug`s und Edelsteine,
K?stlich wie die Waldesfee.
Tief versteckt
Stand ein Jagdhaus, halb verfallen,
Still gemieden l?ngst von allen
Die hier froh den Hirsch gestreckt.
Uns erschien das Schlo? von Golde,
Wo Dornr?schen einst, die Holde,
Sanft der K?nigssohn geweckt.
M?rchenlust
Mit der Kinderzeit verflogen,
Da? dein Zauber uns betrogen,
Ach wie bald ward`s uns bewu?t!
Wunderbar - und doch erstehen
Mu? ich wieder heut dich sehen
Neu in meiner Kinder Brust.
Conrad von Prittwitz-Gaffron
So nehmt denn diese Gabe und teilt sie mit Euren Kindern, erz?hlt ihnen von der, die Euch so lieb gehabt hat und die auch Eure Kinder lieb haben w?rde, wenn sie noch am Leben w?re. Ihr wi?t, welche Streiche ihr reicher Geist atmete, trotz der Kr?nklichkeit des Leibes, die jene Frische oft unterdr?cken wollte. Nachdem Ihr alle aus unserem Hause gegangen waret, kam noch ein sch?ner Feierabend f?r die endlich M?degewordene, sp?ter aber auch - Ihr wi?t ja - ein Jahr schwerer Pr?fung, denn sie litt an einem unheilbaren augen?bel, ehe der Herr sie erl?ste von allem Erdenleid und sie eingehn hie? zu seines Reiches Freuden. - Eine harte Jugend war Rosalie Koch beschieden gewesen, ihr rastloser Flei? fand dann ein gesegnetes Arbeitsfeld in mancherlei Beziehung und ihr Gl?ck auf Erden erblickte sie in der Liebe und Treue, die ihr ins so reichem Ma?e entgegengebracht wurden. In allem, was ihr das Leben brachte, hat sie den Herrn gefunden, dem sie dienen wollte mit ihrer ganzen Kraft, bei dem sie nun ausruht von ihrer Arbeit.
Wir aber gedenken ihrer in Liebe und Treue immerdar.
Gnadenberg, im Juli 1888.
Klotilde Haacke.
Product details
- Binding:
- Paperback
- Edition:
- 2
- Number of Pages:
- 120
- Release Date:
- 2011-08-01
- Publication Date:
- 2011-08-31
- Publisher:
- Rockstuhl Verlag
- Languages:
- Original: German
- ISBN10:
- 3867773270
- ISBN13:
- 9783867773270
- Weight:
- 197 g
- Height:
- 154 cm
- Width:
- 209 cm
- Thickness:
- 12 cm
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