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Schlagmann, K: Gradiva. Wahrhafte Dichtung und
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Description
Diese Novelle wird Gegenstand von Sigmund Freuds umfangreichster Literaturbesprechung: "Der Wahn und die Tr?ume in W. Jensens ,Gradiva'" (1907). Jensen beginnt im Mai 1907 eine kurze Korrespondenz mit Freud. Es kommt zu jeweils drei Schreiben auf beiden Seiten. Jensens Briefe sind seit 1929 publiziert. Freuds Briefe werden erstmals hier ver?ffentlicht.
Freud spekuliert aufgrund der Novelle ?ber Jensens Lebenswirklichkeit. In der Abhandlung selbst bleibt er noch sehr unkonkret, behauptet nur, dass es um Verdr?ngung von etwas Anst??igem gehe. Noch ein halbes Jahr nach Erscheinen der Abhandlung spinnt Freud seine Mutma?ungen fort. Dann bringt ihn C.G. Jung auf eine Spur: Jensen sei wohl in eine Schwester verliebt gewesen. Freud geht nun noch weiter: Die Schwester war wohl noch dazu mit einem Spitzfu? k?rperlich behindert. In seinem dritten Brief ringt Freud um eine Best?tigung dieser Hypothese durch den Dichter. Doch dessen freundliche und wahrheitsgem??e Auskunft offenbart, wie grandios sich Freud und Jung geirrt hatten: Jensen war - ohne jeglichen Kontakt zu Verwandten - von einer kinderlosen Pflegemutter gro?gezogen worden. Freud reagiert beleidigt, weil sich seine k?hne Deutung als so offensichtlich unsinnig erweist. Er behauptet ?ffentlich, Jensen habe die Mitwirkung bei der Deutung der Novelle versagt. Dabei legen meine Recherchen zu Jensens biografischem Hintergrund nahe, dass er - pr?zise und bewusst - reale Erfahrungen, die er Freud bereitwillig mitteilt, in seine Texte einflie?en l?sst. Er m?chte mit seinem Schreiben offenbar geliebten Menschen eine lebendige Erinnerung bewahren. Nach dem Tod des zuletzt in Prien bzw. M?nchen lebenden Wilhelm Jensen haben seine Angeh?rigen - wohl mit Bedacht - von dem M?nchner Bildhauer Bernhard Bleker einen Grabstein gestalten lassen, der sowohl dem antiken Gradiva-Relief, als auch der dazugeh?rigen Novelle - und damit also Jensens Lebensthema - eine gelungene Referenz erweist. Das Grab befindet sich auf der Fraueninsel (Chiemsee), auf der Jensen seine Gattin Marie kennengelernt hatte. Als Vorlage f?r den Grabstein diente das "Grabmal des J?gers" aus M?nchens Glyptothek.
Freuds "Gradiva"-Abhandlung zeigt musterg?ltig die Problematik seines Ansatzes. Geradezu wahnhaft versucht er, der Wirklichkeit seine Deutung aufzudr?ngen. Oft genug wird er nicht best?tigt - und er reagiert gekr?nkt und rechthaberisch. Weitere Belege f?r diesen markanten Zug im Wesen Freuds zitiere ich im Anhang. Abgedruckt werden hier auch Gedichte Jensens mit Bez?gen zur Thematik der "Gradiva", unter anderem ein Spottgedicht auf Freuds Abhandlung. Auch Jensens "Gradiva" selbst ist hier abgedruckt - auf der Grundlage der Ausgabe von 1902 und mit einer Illustrierung der drei Tr?ume Norbert Hanolds.
Product details
Edition:
1
Number of Pages:
240
Release Date:
2012-11-28
Publication Date:
2012-11-28
Publisher:
Schlagmann, Klaus
Languages:
Published:
German,
Original:
German
ISBN10:
3980527247
ISBN13:
9783980527248
Weight:
661 g
Height:
16.7 cm
Width:
23.8 cm
Thickness:
2.5 cm
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