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Treffliche Zeiten
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Description
Eines Tages bekam ich ein Schreibenvom Amt f?r st?dtische Wirtschaftsentwicklung.Ich sollte mich dort mal einfinden.Es l?ge eine Anzeige gegen mich vor.Amt f?r st?dtische Wirtschaftsentwicklung?Nie geh?rt. Weil ich neugierig war,habe ich mich bei derangegebenen Adresse eingefunden.
Man f?hrte mich in eine Amtsstube.Zwei Herren in dunklen Anz?gensetzten sich zu mir an den Tisch,hatten eine Akte dabei,auf der mein Name stand.Also, ich sei Rentner, sagten sie,habe ein festes Auskommen.Ja, best?tigte ich, eigentlich Fr?hrentner.Aber ich w?sste nicht, was sie das anginge.Die Herren verzogen nur leicht das Gesicht.Man habe mich angezeigt, sagten sie -wegen konsumwidrigen Verhaltens,und sie m?ssen der Sache nachgehen.Konsumwidriges Verhalten?Was soll denn das sein?Das ist, so erkl?rten sie mir,wenn jemand den ganzen Tagdurch die Fu?g?ngerzonen und Kaufh?userder Stadt spaziert, ohne das Geringste zu kaufen,obwohl - und da blickten die Herrenmich scharf von der Seite her an -er gen?gend Mittel zur Verf?gung h?tte!Wieso sie so sicher seien, dass ich das t?te,wollte ich wissen.Die Herren l?chelten nachsichtig.Ihr Amt w?rde Detektive besch?ftigen,die w?ren ?berall - unauff?llig -in den Fu?g?ngerzonen postiert,beobachteten die Konsumenten.Ich w?re ihnen schon mehrfach aufgefallen -in unangenehmer Weise!St?ndig w?rde ich in den Auslegewarenauf den Grabbeltischen herumw?hlen,ohne je etwas zu erstehen. Ob das verboten sei, wollte ich wissen.Nicht direkt, sagten sie, aber es ist einkonsumsch?digendes Verhalten.Ich sollte mir mal vorstellen,andere K?ufer w?rden sich vonmeinem Verhalten anstecken lassenund auch kein Geld ausgeben.Dann steckten die Gesch?fte in noch gr??eren Schwierigkeiten,k?nnten gleich dichtmachen.Einer der Ladeninhaberbekomme fast einen Herzinfarkt,wenn er mich jeden Tagzwischen seinen Auslagenherumlungern sehe. Er habe deshalb die Anzeige erstattet.Ob ich denn keine Bed?rfnisseals Konsument habe?Doch, sagte ich, aber nicht viele.Ich bin eigentlich mit dem zufrieden,was ich habe, m?chte nichts Neuesmehr dazuerwerben.Was ich mit der Rente mache?Die w?rde ich aufs Sparbuch bringen, f?r meine Kinder, f?r die Zeit, wenn ich mal nicht mehr da bin.Die Herren seufzten. Durch Typenwie mich gehe die Wirtschaftin dieser Stadt kaputt,Arbeitspl?tze w?rden gef?hrdet! Mein selbsts?chtiges Verhaltenw?re beispiellos.
Was soll ich denn tun?, fragte ich.Na, vor allem meinKaufverhalten ?ndern! Es w?rden so viele Waren angeboten, die formsch?n und preiswert w?ren,da sei bestimmt auch das Passendef?r mich dabei.
Und die vielen Sonderangebote!Die m?ssen mir doch auffallen,wenn ich durch die Stadt gehe. Wenn ich da kr?ftig zulange,k?nnte ich viel Geld sparen!
Ich dachte nach,die Herren hatten gar nicht so unrecht.Konnte ich es verantworten,dass die Wirtschaft der Stadtden Bach hinunter ging?Dass Mitb?rger wegen mireinen Herzinfarkt bekamen? Was war ich doch ein Ekel!Als Konsument sollte ich mich sch?men. Ich werde an mir arbeiten,versuchen, mein Kaufverhalten zu ?ndern,auch wenn ich nicht wei?,was ich mit dem Zeug,das ich jetzt einkaufen soll,anfangen kann.Aber das wird mir bestimmt noch einfallen.Und ganz schlimmwird es sicher auch nicht werden.Wozu gibt es die vielen Sonderangebote?Da l?sst sich bestimmt,wenn man geschickt ist, so manches Schn?ppchen machen.Das spart Geld! So steht es jedenfalls in den Werbeprospekten.Und Geld sparen m?chte doch jeder gern!
Product details
- Binding:
- Paperback
- Languages:
- Original: German
- Number of Pages:
- 130
- Publisher:
- Geest-Verlag GmbH
- Publication Date:
- 2009-05-21
- ISBN / EAN:
- 9783866851863
- Weight:
- 201 g
- Dimensions:
- 139/203/12 cm
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