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Hüther, Gerald: Kooperation statt Konkurrenz
Etwas mehr Hirn bitte
Das Zeitalter der Einzelkämpfer, in dem wir allzu oft Konkurrenten sind und den anderen als Objekt behandeln, geht zu Ende. Um zu einem zufriedenstellenden Miteinander zu gelangen, müssen wir ein Zusammenleben erlernen, in dem wir uns gegenseitig als einzigartige Subjekte wahrnehmen und uns so begegnen, dass in gemeinschaftlichem Miteinander die Fülle unserer Fähigkeiten sich nicht nur addieren, sondern potenzieren kann. Dazu braucht es Bildungseinrichtungen, in denen diese Qualitäten vorgelebt, erlebt und erlernt werden können, denn, so Hüther: "Niemand kann seine Talente, Begabungen und Potentiale entfalten ohne andere." In so einer Gemeinschaft nutzen wir andere nicht für unsere Zwecke. Vielmehr ermutigen und inspirieren wir uns, die zu werden, die wir sein könnten; wir bilden "Potentialentfaltungsgemeinschaften".
Sich zu bewegen lernen heißt fürs Leben lernen
Kinder lieben es, sich zu bewegen. Frühe Körpererfahrungen formen und stabilisieren die Bewegungskoordination und entwickeln vor allem die Hirnfunktionen, die für die Entfaltung von Metakompetenzen nötig sind, wie etwa Selbstwirksamkeit, Impulskontrolle und Frustrationstoleranz. Kinder verbessern also durch ihr unbekümmertes Spiel, ihr Springen, Turnen, Tollen und Tanzen nicht nur ihre Körperbeherrschung und erlernen wichtige Bewegungsabläufe, sondern sie erwerben auch Fähigkeiten, die wesentlich sind für ein gelingendes Miteinander.
Prof. Dr. Gerald Hüther, Autor, Berater für Politiker und Unternehmer sowie Professor für Neurobiologe an der Universität Göttingen, zählt zu den bekanntesten Hirnforschern Deutschlands. Er befasst sich mit neurobiologischer Präventionsforschung und ist Mitbegründer verschiedener Initiativen, etwa der "Akademie für Potentialentfaltung".
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