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Halbierung der globalen Armut?
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Description
Nicht nur die Dimensionen der Armut in Entwicklungsl?ndern, sondern auch ihre Verkn?pfung mit den ?konomischen, sozialen, politischen Prozessen in unseren "entwickelten" Gesellschaften f?hren zu komplexen Problemstellungen. Mit der Suche nach L?sungen f?r das Problem der Massenarmut stellt sich die Frage nach den Perspektiven der Entwicklung nicht nur in jenen Regionen, sondern der Welt und der menschlichen Gesellschaft im ganzen.
Hochrangige Wissenschaftlerteams bei den internationalen Organisationen, an Universit?ten und Instituten besch?ftigen sich mit Millionenaufwand seit langem mit der Analyse, Theorie- und Strategieentwicklung zu diesen Fragen. Weitere Studien zu vielen Einzelfragen methodischer, definitorischer, sozialwissenschaftlicher, ?konomischer und politischer Art sind notwendig und werden auch bereits von einer gro?en Zahl engagierter Wissenschaftler bearbeitet, darunter besonders in zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich die Aufgabe stellen, offizielle Politik in ihren Strategien und Realisierungen kritisch und fordernd zu begleiten. Die best?ndige und zuverl?ssige partnerschaftliche Zusammenarbeit aller politischen Kr?fte, die sich ernsthaft f?r Auswege einsetzen, mit solchen Gruppierungen halten wir f?r dringend erforderlich. Die vorliegende Arbeit hat sich insbesondere darum bem?ht, dort entstehende Standpunkte, ?berlegungen, erkannte Erfordernisse aufzugreifen und in ihrer Reichweite f?r eine Politik, die einem sozialistisch-humanistischem Denken verpflichtet ist, zu beleuchten. Aktuell geschah dies mit Blick die Internationale Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung (M?rz 2002 in Monterrey, Mexiko) und den Weltgipfel f?r nachhaltige Entwicklung (September 2002 in Johannesburg).
Die Autoren legen mithin keine erneuten Analysen und Berechnungen der Armutszust?nde vor. Auch gutgemeinte, kompetente und unabweisbare Vorschl?ge f?r Ma?nahmen und L?sungen gibt es mehr als genug, sie m?ssen nicht neu erfunden werden - schon gar nicht im Alleingang von Vertretern des "Nordens" -, sondern mit politischen Partnern und zivilgesellschaftlichen Organisationen im 'S?den' beraten, immer wieder in der ?ffentlichkeit propagiert und vor allem umgesetzt werden. Was fehlt, ist der politische Willen bei den Herrschenden und die Durchschlagskraft des nicht mehr zu ignorierenden Druck seitens der Betroffenen und der von den verschiedensten Motivationen her um eine neue Politik bem?hten B?rger und zivilgesellschaftlichen Organisationen von unten. Die Aufgabe, diesen Druck zu organisieren, steht im Kampf um jede einzelne Forderung, nicht nur f?r eine gesellschaftliche Umorientierung in ihrer Gesamtheit.
Probleme der Armut sind in der Tradition der mit dem Marxismus verbundenen Linken, die als das Subjekt revolution?rer Ver?nderungen das Proletariat bestimmte, eher unterbelichtet und meist wohlt?tigen Organisationen oder den Kirchen ?berlassen worden. Die Erhebung der "Verdammten dieser Erde", der armen Massen des S?dens, zur revolution?ren Kraft durch Frantz Fanon wurde von diesem Standpunkt aus ebenso zur?ckgewiesen wie die Gegen?berstellung von 'armen' und 'reichen' L?ndern. Heute hat sich Armut zum sozialen Problem Nr. 1 entwickelt, dem keine gesellschaftspolitische Str?mung ausweichen kann.
Armutsbek?mpfung ist in Mode gekommen. Damit das Thema nicht wie die Mode wieder von der Tagesordnung verschwindet, sind kontinuierliche Anstrengungen n?tig, ausgehend davon, dass es um die Zukunftsf?higkeit der Gesellschaften geht. Doch es f?llt auf, dass Berichte ?ber die Entwicklung der weltweiten Armut (wie der Weltentwicklungsbericht 2001 der Weltbank mit einem umfangreichen Instrumentarium zu deren Reduzierung) die Industriel?nder nicht oder h?chstens am Rande mit einbeziehen.
Nach dem Regierungsbericht 'Armut und Reichtum in Deutschland' - der nur etwa zwei Drittel der tats?chlich vorhandenen Verm?genswerte erfasst - besitzen 50% der deutschen Bev?lkerung 4,5% der Verm?genswerte, das oberste Zehntel der Bev?lkerung besitzt 42,3%. Das sind Proportionen, die an Brasilien erinnern, das Land mit der ungerechtesten Besitzverteilung auf dem f?r seine extreme soziale Polarisierung bekannten lateinamerikanischen Kontinent. Die nationale Armutsrate in Deutschland, f?r die es bezeichnenderweise keine eindeutigen Ma?st?be gibt, wird zwischen 5,7% und 20% gesch?tzt. Armut bei uns und Elendsbedingungen in Entwicklungsl?ndern sind nicht dasselbe. Es gibt Systeme des sozialen Transfers, die Auswirkungen von Armut mildern; beseitigen k?nnen sie diese nicht. Arme in Deutschland verhungern zum gr??ten Teil nicht auf der Stra?e, sie k?nnen Sozialhilfe in Anspruch nehmen, aber ein Leben in W?rde ist auch ihnen kaum m?glich, auch sie erfahren sozialen Ausschluss, Verlust von Perspektiven, pers?nlichkeitszerst?rende Wirkungen, gesundheitliche Sch?den, kulturelle Einschr?nkungen, kurz alle Entbehrungen des Armutszustandes, und dies inmitten einer Gesellschaft des ?berflusses. Beobachtungen zu diesem weitgehend tabuisierten und individualisierten Thema zeigen, dass solche Situationen f?r immer mehr Menschen ein Dauerzustand werden, oft ausgehend von Langzeitarbeitslosigkeit, und immer mehr ist die Zukunft von Kindern davon betroffen. An diesem Problem darf auch der entwicklungspolitisch orientierte gesellschaftliche Diskurs nicht vorbeigehen, wenn er glaubw?rdig bleiben will.
Die Autoren halten es trotzdem f?r wichtig, den Blick auf die Entwicklungsl?nder zu konzentrieren. Einmal deshalb, weil diese L?nder einer neuen Gestaltung internationaler Beziehungen bed?rfen, um ihre Probleme l?sen zu k?nnen, und weil die heute entwickelten L?nder ihnen gegen?ber eine historische soziale Schuld abzutragen haben, eine Verpflichtung, der sich sozialistische Politik nicht entziehen kann. Zum andern, weil sie eine globale, internationalistische Sicht und solidarische Handlungsweise f?r eine unverzichtbare Voraussetzung des Kampfes um eine gerechtere Gesellschaft in unserer Zeit halten, wo immer er stattfindet. Kein Land und keine politische Kraft wird die Weltprobleme allein l?sen k?nnen - alle sind bei Strafe des Untergangs aufeinander angewiesen in diesem Raumschiff Erde.
Product details
Binding:
Paperback
Number of Pages:
116
Publication Date:
2002-01-31
Publisher:
Vsa Verlag
Languages:
Original:
German
ISBN10:
3879758905
ISBN13:
9783879758906
Weight:
170 g
Height:
126 cm
Width:
211 cm
Thickness:
10 cm
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