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Feldpost-Briefe aus Spremberg 1944-1946

Feldpost-Briefe aus Spremberg 1944-1946 book

Feldpost-Briefe aus Spremberg 1944-1946

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Description
68 Seiten mit 20 Abbildungen, darunter 16 s/w Fotos und 4 farbige Abbildungen.
Aus dem Vorwort:
Im Nachlass meines Vaters, der am 06.04.1928 in Slamen, einem kleinen, heute eingemeindeten Dorf bei Spremberg geboren wurde, fand sich ein Konvolut alter Briefschaften. Dieses seit Jahren verschollen geglaubte P?ckchen alter Briefe ist mir seit meinen Kindheitstagen bekannt. Meist zur Weihnachtszeit l?ste mein Vater sorgsam den Verschluss des B?ndels, ?ffnete die alten Umschl?ge und las and?chtig aus den vergilbten und teilweise verblichenen Familiendokumenten vor. Fast wie gemalt kamen mir diese Schriftst?cke in der alten feinen S?tterlinschrift vor, die mein Gro?vater h?chst akkurat in den Briefen an seinen Sohn verwendet hatte.
Mit der Auswahlpublikation dieser Briefe wird eine wertvolle Quelle der Spremberger Stadtgeschichte einer breiten ?ffentlichkeit zug?nglich gemacht. Die nunmehr chronologisch geordneten Texte erm?glichen einen Einblick in das Kriegs- und Nachkriegsleben einer Spremberger Familie, wie es vermutlich kein zweites Mal so dokumentiert ist. Das Zeitspektrum der Briefe beginnt mit der Einberufung meines Vaters zur Deutschen Wehrmacht und reicht ?ber den nachfolgenden Kriegseinsatz an der Westfront ab Herbst 1944 bis in die Nachkriegszeit. Ein wesentlicher Bestandteil ist der Briefwechsel mit meinem Gro?vater, Oberleutnant Wenzel Brachmanski, der an der Ost- und Heimatfront seinen Dienst versah.
Erstaunlich mag es uns heute scheinen, dass es noch 1944/45 intakte Postverbindungen zwischen den verschiedenen Frontabschnitten und der Heimat gab. So schickte der Sohn Wolfgang dem Vater seine Tabakmarken, der sich r?ckwirkend daf?r bedankte. Jedenfalls geh?rte es noch in den letzten Kriegsmonaten zu den Selbstverst?ndlichkeiten, Briefe und Pakete im fast t?glichen Rhythmus austauschen zu k?nnen. Nach Sch?tzungen von Berliner Wissenschaftlern des Museums f?r Kommunikation (hervorgegangen aus dem deutschen Postmuseum) sollen allein in der deutschen Armee w?hrend des Zweiten Weltkrieges 30 bis 40 Milliarden Postsendungen bef?rdert worden sein.
Anhand dieser authentischen Aufzeichnungen lassen sich einzelne Begebenheiten in den letzten Kriegstagen der zur "Festung" erkl?rten Stadt Spremberg besser zuordnen und verstehen. Erinnert sei beispielsweise an die Bombardierung Sprembergs, durch die 80 % der Innenstadt vernichtet wurden, oder an die erst sp?t freigegebene Flucht der Zivilbev?lkerung vor der anr?ckenden Sowjetischen Armee. Meine Gro?mutter Beatrice Brachmanski floh damals Hals ?ber Kopf aus ihrem Wohnhaus in der oberhalb der Stadt gelegenen Kriegerheimsiedlung, wo sich viele Einwohner bis dahin sicher glaubten. Der Fluchttreck f?hrte sie in Richtung Haidem?hl. Eines der ?lteren Kinder an der Hand f?hrend, den wenige Wochen alten Sohn Klaus-Peter im voll bepackten Kinderwagen schiebend - so verlie? sie ihre geliebte Heimatstadt.
Die letzten Kampfeins?tze der deutschen Verteidiger finden in den Briefen ebenso Erw?hnung wie die Eroberung Sprembergs und die nachfolgenden Pl?nderungen durch die Besatzer. Dass man dabei nicht zimperlich vorging, war allen Betroffenen klar. Neben pers?nlichen Mitteilungen - Schicksale einzelner Bekannter und Freunde, Begegnungen, Geburtstagen - vermitteln die Briefe eine F?lle authentischer Angaben ?ber das entbehrungsreiche Leben der Zivilbev?lkerung nach dem Ende des Krieges. Hunger in seiner krassesten Form begleitete alles Geschehen; aber gelegentlich gab es auch Unterst?tzung f?r die arg Not leidende Zivilbev?lkerung. Neben Namensnennungen, Geburtstagen und vielen schlichten Fakten zur Stadtgeschichte sind weitere authentische Angaben zum entbehrungsreichen Leben der Zivilbev?lkerung nach der Kapitulation Deutschlands 1945 in den Briefschaften vermerkt und festgehalten. Die beginnende Neuordnung der Gesellschaft - der viele Unschuldige zum Opfer fielen - zeichnete sich schon ab. Der Leser kann allerdings solche politisch motivierten Vorg?nge oft nur zwischen den Zeilen wahrnehmen. Die Briefschreiber wussten von der Post?berwachung und den daraus resultierenden Schikanen, denen sie im neuen Gesellschaftssystem ausgesetzt waren. - So bieten die Briefe auf den ersten Blick zwar ?berwiegend eine Summe kleiner pers?nlicher Erinnerungen, deren Gesamtheit ergibt aber das realit?tsnahe Mosaikbild einer schon l?ngst vergessen geglaubten, ?ber sechzig Jahre zur?ckliegenden ?ra.
Erfurt, den 8. Mai 2010 Hans-Peter Brachmanski
Product details
Binding:
Paperback
Edition:
1
Number of Pages:
68
Publication Date:
2010-06-30
Publisher:
Rockstuhl Verlag
Languages:
Original: German
ISBN10:
3867771847
ISBN13:
9783867771849
Weight:
124 g
Height:
151 cm
Width:
210 cm
Thickness:
10 cm
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