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Wörlitz - Architektur im Gartenreich
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Description
W?rlitz ist heute eine Kleinstadt mit ca. 1.500 Einwohnern. Ihr Name steht f?r eine der sch?nsten landschaftlich gestalteten Gartenanlagen der 2. H?lfte des 18. Jahrhunderts in Europa. Weitr?umige Parkgestaltung und Baukunst bilden hier eine einzigartige Verbindung von h?chster Qualit?t.
Der Ort W?rlitz befindet sich im urspr?nglichen Siedlungsgebiet der Sorben. Er wurde in der Zeit um 1000 "Vuerliazi" genannt. Mit seiner ersten urkundlichen Erw?hnung im Jahr 1004 verbindet sich die Herrschaft eines deutschen Burgwards ?ber das Gebiet um W?rlitz.
Um 1150 erfolgte durch Herzog Albrecht I. ("Der B?r", um 1100-70) die Gr?ndung der W?rlitzer Petrikirche. Albrecht stammte aus dem Geschlecht der Askanier und gilt als Stammvater des F?rstentums Anhalt sowie Begr?nder der sp?teren Mark Brandenburg. Ihren Status als Stadt erhielt W?rlitz jedoch erst um 1440. Seit 1487 bestand hier ein f?rstliches Haus. Die Kleinstadt blieb jedoch ?ber die Jahrhunderte unbedeutend. Ihre Bewohner lebten von der Landwirtschaft und vom Handwerk. Davon k?nden im heutigen Ortsbild noch schlichte Fachwerkbauten aus der Zeit um 1700.
Das F?rstentum Anhalt wurde durch mehrfache Erbteilungen, besonders in den Jahren 1396 und 1603, in kleinere Herrschaftsgebiete unterteilt. W?rlitz geh?rte zum F?rstentum Anhalt-Dessau. Unter F?rst Leopold I. (der "Alte Dessauer", reg. 1693-1747) erfolgte 1735-38 die Erneuerung der Elbdeiche und eine Trockenlegung der S?mpfe im Gebiet um W?rlitz. Damit sollten die Hochwassergefahr einged?mmt und die Ertr?ge der Landwirtschaft gesteigert werden. Die Ma?nahmen schufen zugleich die M?glichkeit der Landschaftsgestaltung unter Einbeziehung landwirtschaftlicher Aspekte. Der Elbdeich geh?rt zu den pr?genden Elementen der W?rlitzer Gartenanlagen und bildet ihre n?rdliche Begrenzung.
1758 gelangte F?rst Leopold III. Friedrich Franz an die Regierung des Dessauer F?rstentums. Franz hatte, in der Tradition seines Vaters (Leopold II., reg. 1747-51) und Gro?vaters (Leopold I.), in der preu?ischen Armee gedient und ein Regiment gef?hrt. Nach der Vormundschaft seines Onkels Dietrich von Anhalt-Dessau konnte er mit 18 Jahren die Regierung des F?rstentums ?bernehmen. Den R?ckzug aus den preu?ischen Diensten und die Neutralit?t Anhalt-Dessaus im Siebenj?hrigen Krieg (1756-63) lie? K?nig Friedrich II. mit Sondersteuern abgelten.
Im Jahr 1764 w?hlte F?rst Franz den Standort eines alten, 1698 errichteten Jagdhauses zum Ausgangspunkt einer Gartenanlage. Das f?rstliche Jagdhaus befand sich im Norden der kleinen Stadt W?rlitz, an Stelle des heutigen Schlosses. Die Voraussetzungen f?r die Schaffung eines Landschaftsparks waren mit der Existenz von Gew?ssern und unter dem Schutz des Elbdeichs sehr g?nstig. Der W?rlitzer See verbindet den Schlossgarten mit den weiteren Bestandteilen des insgesamt ca. 112,5 ha gro?en Landschaftsparks. Dieser entstand in einem Zeitraum von ?ber 40 Jahren. Dabei sorgte die lange Regierungszeit von F?rst Franz f?r eine Kontinuit?t, die als Grundlage f?r die Entstehung dieses einzigartigen Gesamtkunstwerkes angesehen werden kann. Die ersten Landschaftsg?rten wurden in der 1. H?lfte des 18. Jahrhunderts in England angelegt. Daher werden solche Gartenanlagen auch als "Englische G?rten" bezeichnet. Sie dienten auch als Vorbild f?r die W?rlitzer G?rten. Im Gegensatz zu den streng geometrisch aufgebauten Barockg?rten scheint ein Landschaftspark nat?rlich gewachsen. Die Gartenbaumeister ?berlie?en aber auch hier nichts dem Zufall. Wege, Baumgruppen, Gew?sser und Baulichkeiten sind immer auf Blickbeziehungen und auch auf ?berraschend erscheinende Momente abgestimmt. Die Geb?ude sind meist im Fokus von Blickachsen platziert. Sie pr?sentieren sich oft als Kleinarchitekturen in der Gestalt unterschiedlicher Epochen und Kulturr?ume. Damit wurden Bildungsinhalte und der Toleranzgedanke der Aufkl?rung demonstriert.
Die Gesamtanlage des W?rlitzer Parks gliedert sich in f?nf Abschnitte, die miteinander in lockerer Beziehung stehen. Sie sind durch Wege, Sichtachsen und k?nstlich angelegte Kan?le miteinander verkn?pft. ?ltester Gartenbereich ist der Schlossgarten, der zwischen dem Ort und dem W?rlitzer See angelegt ist. Hier entstand, an Stelle des alten Jagdhauses, 1769-73 das Schloss. Seine Architektur ist ein Markstein in der deutschen Baugeschichte des 18. Jahrhunderts. Der Baumeister des Schlosses, Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff (1736-1800), war freundschaftlich mit F?rst Franz verbunden. Beide hatten auch gemeinsame Reisen unternommen und dabei sowohl Bau- und Kunstwerke der Antike in Italien als auch neueste englische Gartenanlagen und Bauten studiert. Erdmannsdorf schuf die Entw?rfe f?r die Mehrzahl der Geb?ude in den Gartenanlagen von W?rlitz und auch in den Landschaftsparks von Georgium und Luisium in Dessau.Eine Folge von Nebengeb?uden verbindet das Schloss mit der Stadt. Diese Geb?ude bilden mit der Petrikirche ein ?u?erst reizvolles Architekturensemble. Die im Kernbau mittelalterliche Petrikirche wurde im fr?hen 19. Jahrhundert in neugotischer Formensprache umgestaltet. Sie erhielt dabei mit ihrem schlanken Turm eine wichtige Komponente der W?rlitzer Garten- und Architekturlandschaft. Mit der Errichtung des Rathauses entstand 1792-95 der langgestreckte, als Allee gestaltete Markt. Er schafft gleichzeitig die Verbindung vom Ortskern zum Schlossgarten. Ein weiteres Bindeglied zwischen Garten und Ort ist der torartig angelegte Gasthof Eichenkranz der 1785-87 als Fachwerkbau errichtet wurde.
Die beiden ersten, neben dem Schlossgarten angelegten Parkbereiche befinden sich im S?den und Nordwesten des W?rlitzer Sees. Sie werden nach den Gartenbaumeistern Johann Leopold Ludwig Schoch (1728-93) und Johann Christian Neumark (1741-1811) als "Schochs Garten" und "Neumarks Garten" bezeichnet. Der wichtigste Gartenarchitekt im F?rstentum war jedoch der Hofg?rtner Johann Friedrich Eyserbeck (1734-1818). Auf ihn gehen vermutlich die ersten Konzepte f?r die W?rlitzer Anlagen zur?ck.
Neumarks Garten befindet sich auf einer Insel zwischen zwei tiefen Buchten und einem Kanal im S?den des Sees. Er wurde 1764-75 auch als Nutzgarten und Baumschule angelegt. Der Zugang erfolgt ?ber die k?nstliche Erhebung des so genannten Eisenhart. Der Eisenhart pr?gt mit seinen beiden Pavillons auch den Zugang zu Park und Stadt von Westen. Neumarks Garten ist durch ein kleinteiliges Wegenetz, dichten Baumbewuchs und Denkmalsplastiken gekennzeichnet. Schochs Garten entstand ab 1764 und liegt gegen?ber dem Schlossgarten auf der Nordwestseite des W?rlitzer Sees. Der Kernbereich dieses Gartens wird von dem geschwungen gef?hrten Wolfskanal umfasst. Das pr?gende Bauwerk ist hier das Gotische Haus. Dieses ab 1773 in mehreren Abschnitten errichtete Geb?ude geh?rt zu den fr?hesten neugotischen Bauwerken auf dem Kontinent. Als westliche Erweiterung entstand der Floragarten mit dem 1796-98 errichteten Floratempel.
Durch ein Hochwasser wurde 1770 der Elbdeich durchbrochen. Es entstanden Ver?nderungen im Landschaftsgef?ge, so das Gro?e Walloch. Im Osten von Schochs Garten gestaltete man ab 1781, unter der Leitung von Johann George Schoch (1758-1826, Sohn von J. L. L. Schoch), den Parkbereich "Weidenh?ger". Der j?ngere Schoch plante auch den letzten Abschnitt der Gesamtanlage, die in den 1790er Jahren entstandenen "Neuen Anlagen". Sie verlaufen weitl?ufig zwischen dem Gro?en Walloch und dem langgestreckten, ?stlichen Arm des W?rlitzer Sees. Hier sind auch landwirtschaftlich genutzte Fl?chen einbezogen. Dominanter Punkt in den "Neuen Anlagen" ist die am Ostende des Sees gelegene "Insel Stein" mit der Villa Hamilton.
Das verzweigte Wegenetz und die Verbindung der Gew?sser durch Kan?le erforderte den Bau zahlreicher Br?cken. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Parkarchitektur und zeigen verschiedene Gestaltungen und Konstruktionsweisen. Dabei wurden auch modernste Konstruktionen angewandt (Eiserne Br?cke.
Der Elbdeich wurde nach dem verheerenden Hochwasser von 1770 erh?ht. Er bot die Gelegenheit zur Platzierung von Parkbauten mit erh?htem Standort und entsprechender Fernwirkung. Am Deichverlauf entstanden, auch au?erhalb des Parks, Wallwachh?user.
Die Parkanlagen von W?rlitz, Georgium und Luisium waren nur der H?hepunkt der Landschaftsgestaltung und des Landesausbaus im F?rstentum. Unter F?rst Franz wurde ein Gro?teil seines Territoriums durchgestaltet. Landwirtschaftlich genutzte Fl?chen wurden mit Wiesen, W?ldern und Gew?ssern so verkn?pft, dass insgesamt ein parkartiges Landschaftsbild entstand.
Die W?rlitzer Anlagen waren von Beginn an ?ffentlich zug?nglich und dienten zur Erbauung und Bildung ihrer Besucher. Sie kamen bereits zu Lebzeiten von F?rst Franz auch von weit her, um das wundervolle Gartenreich zu erleben. Es geh?rt heute zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Product details
Binding:
Paperback
Edition:
1
Number of Pages:
64
Publication Date:
2010-12-21
Publisher:
kotyrba verlag und medien
Languages:
Original:
German
ISBN10:
3942712113
ISBN13:
9783942712118
Weight:
104 g
Height:
150 cm
Width:
152 cm
Thickness:
5 cm
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