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Stadtbild im Wandel - Braunschweig - Band II
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Description
Braunschweig verf?gte bis zu seiner Zerst?rung im Zweiten Weltkrieg ?ber einen der sch?nsten und bedeutendsten historischen Stadtkerne, nicht nur in Deutschland, sondern n?rdlich der Alpen. Der mittelalterliche Stadtkern, der bekanntlich aus f?nf Weichbilden (Teilst?dte mit eigenen Ratsverfassungen) bestand, geh?rte zu den gr??ten im deutschen Sprachraum. Dieser Stadtkern wurde und wird von einem zu Beginn des 19. Jahrhunderts gestalteten Promenadenring umgeben, der zu den sch?nsten seiner Art gez?hlt werden kann. Dar?ber hinaus entstanden auch in den gr?nderzeitlichen Stadterweiterungsgebieten zwischen 1880 und 1914 vielfach Neubauten auf handwerklich und gestalterisch hohem Niveau. Die Entwicklung der Stadt konnte zwiebelringartig abgelesen werden.
Die meisten Fotografien in diesem Band entstanden in der Epoche der Weimarer Republik (1919-1933). Damals existierten extrem widerstrebende gesellschaftliche und politische Tendenzen. Eine bisher ungekannte Freiheit befl?gelte Kunst, Wissenschaft und technische Entwicklung. Auf der anderen Seite stand eine r?ckw?rtsgewandte Verachtung der ungewohnten Demokratie. Viele Menschen konnten sich mit der Niederlage im Ersten Weltkrieg und den Bedingungen der damaligen Siegerm?chte (Versailler Vertrag) nicht abfinden. Der wilhelminische Obrigkeitsstaat und das Gef?hl, vor dem Weltkrieg einer geachteten und gef?rchteten Gro?macht anzugeh?ren, hatte zahlreichen Deutschen den Halt gegeben, der ihnen nun zu fehlen schien. Hinzu kamen die gro?en Krisen, welche die Weimarer Zeit an ihrem Anfang und am Ende sch?ttelten. Auf die gro?e Inflation von 1923 folgte, nach den "Guten Jahren", ab 1929 eine katastrophale Wirtschaftskrise. Ihre Folgen erfassten gerade auch Braunschweig.
Leider entwickelte sich die L?wenstadt zu einer Hochburg der politischen Radikalisierung. Die Nationalsozialisten sa?en seit 1924 im Braunschweigischen Landtag. Sie wurden hier bereits 1930, erstmals im Deutschen Reich, an einer Regierung mit b?rgerlichen Parteien beteiligt. Im Oktober 1931 paradierten am ehemaligen Residenzschloss 100.000 Angeh?rige rechtsradikaler Formationen (SA, Stahlhelm, u.a.) vor Hitler. Schlie?lich wurde der aus ?sterreich stammende Hitler 1932 in Braunschweig zum deutschen Staatsb?rger ernannt, um seine Kandidatur f?r die Wahl zum Reichspr?sidenten zu erm?glichen. Mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler Anfang 1933 wurde sein Braunschweiger Vasall, Dietrich Klagges, zum Ministerpr?sidenten. Dieser entfaltete in Stadt und Land eine wilde Verfolgung politischer Gegner.
Der wirtschaftliche Aufschwung und die Erfolge des NS-Regimes f?hrten zu einer weitgehenden Akzeptanz in der Bev?lkerung. So begann in Braunschweig schon 1933 eine Stadtsanierung (Bereich Weberstra?e/Wollmarkt), um die immer noch katastrophalen Wohnverh?ltnisse in den alten Stadtvierteln zu verbessern. Die Region sollte zu einem industriellen Schwerpunkt ausgebaut werden, wovon die Stahlwerke in Salzgitter und das Volkswagenwerk zeugen. Die meisten dieser Aktivit?ten standen im Zeichen der Aufr?stung.
Eine gro?e Mehrheit der Deutschen konnte nicht ahnen, dass sie, im von den Machthabern prophezeiten "Tausendj?hrigen Reich", einer Jahrtausendkatastrophe entgegen gingen. Die Tage der historischen Stadt waren in Braunschweig wie in vielen Orten Europas gez?hlt. Der Krieg stand im Zentrum der NS-Ideologie und in der absurden Anschauung des "F?hrers", der einen ganzen Kontinent zum Spielball seiner Begierden machte. Streitm?chte eines gro?en Teils der Weltgemeinschaft waren n?tig, die Agression Nazideutschlands in die Schranken zu weisen. Wesentlicher Bestandteil der westalliierten Kriegf?hrung war ein uneingeschr?nkter Bombenkrieg. Ihm fielen in Deutschland ?ber 500.000 Menschen zum Opfer. In den meisten gr??eren St?dten wurden die historischen Zentren bewusst zerst?rt. Damit einher gingen unermessliches Leid und der Verlust eines Kulturguts, das der gesamten Menschheit unwiederbringlich verloren ging.
Der Wiederaufbau Braunschweigs erfolgte in erster Linie nach Ma?gabe seinerzeit moderner Stadtvorstellungen. Wichtig erschienen eine fl?ssige Verkehrsf?hrung und die Auflockerung des Stadtk?rpers. Wie in anderen St?dten, wurden wichtige Pl?tze und Ensembles historischer Geb?ude als Traditionsinseln erhalten oder wiederhergestellt. Zahlreiche aufbauf?hige Ruinen bedeutender Bauten wurden dagegen beseitigt, so 1960 das Residenzschloss.
W?hrend der 1950er Jahre entstanden die eleganten Neubauten der "Braunschweiger Schule", die landesweit beachtet wurden und heute einen selbstverst?ndlichen Teil des gebauten Erbes in Braunschweig darstellen. Mit gro?ma?st?blichen und grobschl?chtig gestalteten Architekturen der folgenden Jahrzehnte wurden dem Stadtbild vielfach schwere Wunden geschlagen. Zu einer ganzheitlichen Stadtbaukunst hat man bis heute nicht gefunden.
Product details
Binding:
Paperback
Edition:
1
Number of Pages:
64
Publication Date:
2012-06-24
Publisher:
kotyrba verlag und medien
Languages:
Original:
German
ISBN10:
3942712237
ISBN13:
9783942712231
Weight:
103 g
Height:
147 cm
Width:
151 cm
Thickness:
7 cm
Condition
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Very good
Almost no signs of wear. Book pages have no markings, accessories are intact and all other media are in good condition.
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