Placeholder text
DIE RUSSISCHE EPISODE
0 - Default Title
Description
Inhalt:
Vorwort der Herausgeber - Einleitung - Teil 1: ?berwinden von HindernissenTeil 2: Die russische EpisodeTeil 3: Wieder in DeutschlandTeil 4: Letzte Kriegs- und erste NachkriegsjahreTeil 5: Eine erste kanadische ErfahrungNachbemerkung der Herausgeber Anhang 1: Zwei Briefe von H. A. an seine Freunde in DeutschlandAnhang 2: Geleitwort des Herausgebers der kanadischen Ausgabe von Teil 2Anhang 3: Das Leben meines Vaters Leo AltmannAnhang 4: Brief von Leo Altmann aus der Schweiz vom Dezember 1932
Vorwort:
Nichts beleuchtet eine Zeit so gut wie die Geschichten, die das Leben schreibt. Es w?re daher h?chst bedauerlich, wenn die Beschreibung eines so prall gef?llten Lebens wie das von Hans Altmann dem Vergessen anheimfiele. Der Autor hatte beim Niederschreiben seiner Erinnerungen als Leser seine famili?ren Nachkommen im Blick; sie sollten einmal mehr ?ber ihre Herkunft wissen, als ihm das vermittels seines Vaters verg?nnt war. Aus diesem Grund hat er alles in Englisch verfasst, denn seine Nachkommen sind sp?testens ab der Enkelgeneration "echte" Kanadier. Die M?he des Erinnerns und Aufschreibens hat sich gelohnt. Es ist nicht nur das Leben von Hans Altmann, das uns durch seine vielen j?hen Wendungen fesselt, er hat es auch so wunderbar beschrieben, dass das Lesen gr??tes Vergn?gen bereitet. Hans Altmann war ein au?ergew?hnlicher Mensch, der sich das Leben alles andere als leicht gemacht hat. Oftmals war es sein eigener Charakter, der ihm zus?tzliche B?rden auferlegte, zus?tzlich zu den objektiv gegebenen seiner Zeit. Und diese Zeit hatte es in sich. Er geh?rte zu der Generation, die zwei Weltkriege und die schlimme Zeit dazwischen miterleben musste. Die Ber?hrung mit der sowjetischen Diktatur h?tte er vielleicht nicht n?tig gehabt, aber wer will heute ?ber seine Entscheidungen den Stab brechen? Er ist geradlinig durch sein Leben gekommen und wer vermag es zu sagen, ob er die Situationen, in denen sein Leben buchst?blich am seidenen Faden hing, mit anderen Entscheidungen so glimpflich ?berstanden h?tte. Die Hauptschaupl?tze, auf die uns Hans Altmann f?hrt, sind Deutschland, die Sowjetunion der drei?iger Jahre, die Kriegsschaupl?tze in Nord- und Ostsee und die Schiffe, auf denen er zur See fuhr. Hans Altmanns Entschluss, Europa zu verlassen und nach Kanada auszuwandern, fiel in eine Zeit, in der sich die Dinge in Deutschland gerade wieder zum Besseren zu wenden begannen (1951). Es war wohl die Folge einer lange angestauten Verbitterung ?ber deutsche Verh?ltnisse, die ihn dazu veranlassten. Wenn man seine ersten Eindr?cke von dieser neuen Heimat am Ende seines Berichtes liest, ahnt man, dass er sich mit diesem Schritt einem neuerlichen Daseinskampf stellen musste. Aber er hat sich auch dort behauptet und im Alter von 44 Jahren eine v?llig neue Existenz aufgebaut. Nachdem man ihn durch seinen Bericht kennen gelernt hat, will man gerne glauben, dass die Weite und Urspr?nglichkeit von Kanada und die d?nne Besiedelung dieses Landes seinem Charakter mehr entsprachen als die Lebensbedingungen in Deutschland. Der 2. Teil (Die Russische Episode) war der Universit?t von Alberta immerhin interessant genug, um ihn separat als Buch unter dem Titel Shop-Floors and Prisons herauszugeben. Diese Publikation gab den Ansto? f?r die Entstehung dieses Buches. Thomas M?ller, Dresden 2010
---
Mein Vater w?re zutiefst befriedigt gewesen, wenn er erlebt h?tte, dass seine Memoiren in Deutschland ver?ffentlicht werden. Der Dank daf?r geb?hrt ganz Herrn Thomas M?ller, der den Wert des Manuskriptes erkannt hat und der mit Geduld und Ausdauer gegen?ber seinem Mitherausgeber, mit seiner bemerkenswert einf?hlsamen ?bersetzung und mit seinen technischen F?higkeiten und Erfahrungen dieses Buch m?glich gemacht hat. Herrn M?llers gewissenhafte Ausf?hrung der ?bersetzung hat einen deutschen Text hervorgebracht, in dem ich die Stimme meines Vaters h?ren kann. Diese Stimme ist oftmals befangen, denn er war ein Mann seiner Zeit, der f?r die Nachkommen schrieb. Er verbarg seine F?higkeiten und Errungenschaften hinter einer ?bertriebenen Bescheidenheit, die offenkundig ungerechtfertigt war. Mein Vater war zwar ein wahrhaft bescheidener Mensch, aber er war auch au?ergew?hnlich begabt. Seine Intelligenz und sein Einfallsreichtum schimmern durch den Text hindurch. Er war ein gut aussehender, kr?ftiger und charmanter Mann. Er hatte eine schelmische Heiterkeit, die ihn dazu bringen konnte, in unserer kleinen K?che zu tanzen und haarstr?ubende Geschichten zu erz?hlen, so als seien sie absolut wahr. Nur ein kleines Zucken seiner gro?en Nase verriet uns, dass er dabei war, Seemannsgarn zu spinnen. Es schien mir immer, dass das Leben meines Vaters dem Verlauf eines M?rchens gefolgt ist: Wie viele M?rchenhelden war er der j?ngste von drei S?hnen, der sich allein und mittellos auf den Weg machte, um mit unbek?mmerter Tapferkeit und einem gro?m?tigen Herzen Abenteuer zu erleben, immer bereit, das wenige, was er hatte, mit anderen zu teilen, immer f?r Wunder empf?nglich und auf ein gl?ckliches Schicksal vertrauend. In Zauberm?rchen werden dem Helden Pr?fungen auferlegt, die er nicht ohne die Hilfe von Fabelwesen bestehen kann - sprechende Fr?sche, kleine graue M?nnchen, bucklige alte Weiber. Die stehen ihm zu Diensten, denn er ist dem?tig genug, um sie zu erkennen und mit Respekt zu behandeln. Mein Vater gewann am Ende seiner Geschichte nicht die obligate K?nigstochter und das halbe K?nigreich, aber wie ein M?rchenheld fand er die Helfer, die er brauchte, um die schlimmen Pr?fungen, die er auf seinem Lebensweg bestehen musste, zu ?berleben. Mein Vater w?hlte selten den einfachen Weg, aber er hatte Vertrauen in die Zukunft. Er war bereit, die Dinge so zu nehmen, wie sie kamen und daraus das Beste zu machen. Diese Aufgeschlossenheit und dieses Vertrauen zum Leben werden durch ein Lied ausgedr?ckt, das mein Vater bei der Wandervogel-Bewegung, w?hrend der gl?cklichsten Zeit seines Lebens, gelernt hatte. Es war eins seiner Lieblingslieder und wir sangen es oft, speziell wenn er von zu Hause weg war und wir mit unseren Gedanken bei ihm sein wollten. Es ist das Lied "Der Mond ist aufgegangen" von Matthias Claudius. Es wurde von einem seiner jungen Freunde zu seiner Beisetzungsfeier im September 1989 vorgetragen. Anna E. Altmann, Edmonton 2010
Product details
Binding:
Paperback
Edition:
2
Number of Pages:
352
Publication Date:
2017-01-31
Publisher:
Rockstuhl Verlag
Languages:
Original:
German
ISBN10:
3867771987
ISBN13:
9783867771986
Weight:
573 g
Height:
152 cm
Width:
212 cm
Thickness:
25 cm
Currently sold out