{"product_id":"klaus-theweleit-pocahontas-2-9783878777526","title":"Pocahontas 2","description":"Am Anfang war die Einwanderung. Am Anfang von was?Am Anfang von dem, was wir heute 'Europa' nennen.So ca. 2000 Jahre v. u. Z. (-2000) wandern verst?rkt undin mehreren 'Wellen' Indogermanen von Nordostenher in die Gebiete ein, die wir heute als 'Griechenland'kennen. Die hie?en nicht immer so. Wie deren vorgriechischeBewohner sich nannten, wissen wir nicht.Sie schrieben nicht; sie wurden ausgel?scht; oder denEinwandernden assimiliert. Alle Namen, die wir heutehaben, sind die der siegreichen Neuank?mmlinge; Namender Kolonisatoren, der 'Griechen' eben (die auchnoch nicht schrieben als sie eintrafen).Die 'Griechen' entwickelten dabei eine besondereKunst der Erz?hlung (bzw. des Gesangs); Formen, diewir heute als 'Mythos' bezeichnen. Erste Funktion dieserMythos-Erz?hlungen war es, die eigenen (Un)Tatenzu versch?nern; auf deutsch (bzw. griechisch): die eigenenTaten der Landnahme als Taten von G?ttern undTitanen zu besingen - ein Dreh, aus dem Worte wie'Genie' und 'genial' sich geb?ren lie?en. Der historisch-alte Grieche f?hlt sich als g?ttlich (so wie heutejeder durchschnittliche Amerikaner). (Und jeder durchschnittlicheeurasiatische I-pod-Besitzer wahrscheinlichauch. I-pod = I-god).Zur Landname braucht man Medien (nicht nur dasPferd, auf dem Mann reitet). Das Medium, das 'dieGriechen' w?hlen, ist der K?rper von K?nigst?chtern;T?chtern der einheimischen Lokalherrscher, die vonden G?ttern der Griechen (insbesondere Zeus, Poseidon,Apoll) beschlafen (= vergewaltigt) werden.Die kolchische K?nigstochter Medea, die Ostfrau vomEnde des Schwarzen Meers, mytho-historisch etwa anzusetzenum -1400, die dem seefahrenden GriechenJason (= G?tterabk?mmling), in den sie sich 'verliebt',das Goldene Vlie? ausliefert, ist schon eine Sp?tfigur diesesProzesses.Die Schrift-Heroen Hesiod und Homer stehen nicht- wie heutige Medienlegende will - am Anfang einerneuen Gro?kultur (der unseren); sie bilden zun?chsteinmal einen Endpunkt: sie schreiben auf (mit derneuen Medientechnologie des griechischen Vokalalphabets),was in den 1000 Jahren, die hinter ihnen liegen,griechische Einwanderer sich ausgedacht, erz?hltbzw. gesungen haben: bis hin zu ihnen nur m?ndlichkolportierte, weitergegebene und variierte Geschichtenvon G?ttern, die Menschenfrauen beschlafen, K?nigst?chter,welche ihnen Kinder zu geb?ren haben: die sog.Heroen; Perseus, Theseus, Herakles usw.; letzterer z. B.ist der Sohn, den Gottvater Zeus in die K?nigstochterAlkmene pflanzt in der ber?hmten thebanischen Nacht,in der es den Ehemann Amphitryon in zweifacher Ausfertigunggibt. So wie Zeus (als Schwan) die sch?neHelena in die K?nigstochter Leda pflanzt, aus derenSch?nheit dann der Trojanische Krieg erw?chst (wo durchden Fall Troias das n?rdliche heutige Kleinasien untergriechisch kolonisiertes Gel?nde f?llt).All dies ist Stoff der singenden Griechen sp?testensseit der sog. Palastkultur; Kultur von Mykene (ab etwa-1600). Buch der K?nigst?chter zeichnet den Weg der griechischenLandnahme ?ber die K?rper von ca. 30 geschw?ngertenK?nigst?chtern nach, deren Vaterk?nige(infolge dieser 'Schw?ngerungen ohne Ehemann') ihreT?chter gro?enteils versto?en und (infolge der sichanschlie?enden 'mythologischen' Auseinandersetzungen)ihr Land - an die einwandernden Griechen - verlieren.Eben so, wie der 'Indianer-K?nig' Powhatan in Virginia,Nordamerika, sein Land an die englischen Einwandererverliert, nachdem seine Tochter Pocahontas (mythologischexakt nach Medea-Modell die Retterin desKolonisten John Smith) in die H?nde der englischenG?tter geraten war; so wie der reale Proze? bei normaler Einwanderung und Landnahme eben verl?uft: dieeinheimischen M?nner werden erschlagen, die Frauenvergewaltigt. Manchmal entsteht eine neue Mischbev?lkerungwie in Mexiko: die Chicanas\/Chicanos, laraza; (positiv konnotiert); eingeleitet ?ber die mythohistorischeKazikentochter La Malinche, der es gelingt, ander Seite des Conquistadors Cort?s eine feurige K?mpferinf?r die Sache der Spanier (und Christin) zu werden;die Sache der G?tter, nachdem ihre eigene Kultur siezur Sklavin degradiert hatte.Am Anfang war die Einwanderung: auch von dem, washeute 'Amerika' hei?t. Da mu? die Landnahme nichterst entschl?sselt werden. Sie liegt auf der Hand bzw.in amerikanischer Erde in Form gebleichter Knochensog. Indianer bzw. auf dem Grund des AtlantischenOzeans als breite Stra?e afrikanischer Knochen - wieAmiri Baraka schreibt - (und zwar in Gedichtformschreibt, als poetisch-historischer Tiefseetaucher, dem- mit allem Jazz der Welt im Ohr, mit aller black music,das aufgebrezelte Geschw?tz von 'kein Gedicht mehrnach Auschwitz' so egal ist, wie der j?dische Anspruchauf das Recht der historisch beispiellosen Vernichtungin der Shoah durch die deutschen Nazis). 'Shoah' istein Permanentfaktum wenn nicht der 'Menschheitskultur', dann zumindest der Geschichte der eurasiatischenPopulationen, der glorreichen Ackerbauern- undSiedlergeschichte.Ich w?re nicht unbedingt so stolz wie die heutige T?rkeies ist auf ihre Erstkultivierung der ?cker und Se?haftwerdungumherziehender Sammler und J?ger imsog. Fruchtbaren Halbmond ca 10.000 Jahre v. u. Z.: auf dieErfindung der Wiege also des Kriegs als Zivilisierungsmittel;die Erfindung von Mord und Totschlag; die Erfindungdes Leichenhaufens als permanenter Einrichtungvorm Palast des Herrschers. Eine Erfindung, in deres den 'Gegensatz' von Orient und Okzident ?brigensnicht gibt; ca. 9000 Jahre lang nicht gibt, bis einwanderndeIndogermanen aus Zentralasien, sich selbst sonennende 'Griechen' mit ihrem Gewaltherrscher Zeusauf dem Panier (dem ersten weltbekannten Gro?-Arier),diesen Graben zu graben und dann zu zementieren beginnen(mit Eisenwaffen, Schiffbau, schicken S?ulentempelnund phonetischer Alphabetschrift.*).Differenzierungen: Medea - die sich in den Kolonisator'verliebt' - gibt es (schon in der antiken Literatur) - invielen Wendungen. Nicht immer ist sie die, als die sieheute (eher moritatenm??ig) den Stadttheatern gel?ufigist: die Mutter mit dem Messer. Beim Autor des 'Argonautenepos' Apollonius v. Rhodos (um -250) gelangtsie heil als Ehefrau des griechischen Vlie?r?ubers Jasonin dessen Heimatstadt Iolkos in Thessalien; und dasEpos endet, bevor sie ?berhaupt ihr erstes Kind gebiert.Solche Wendungen der Geschichten haben immer ihrenpolitischen Hintergrund im jeweiligen Herrschaftsgebilde,in welchem die Autoren schreiben, sowie in ihrereigenen Interessenlage (und ihren poetischen Qualit?tenselbstverst?ndlich). Medea bei Euripides in Athenist eine andere als bei Apollonius im hellenistischenAlexandrien, bei Ovid im augusteischen Rom oder beiSeneca unter Nero.Besonders kra? ist das zu studieren am Fall der mythohistorischenph?nizischen K?nigstochter Dido,sp?ter K?nigin von Karthago. In ihrer Figur (in der literarischenDenunziation ihrer Figur) handelt der r?mischeHofschriftsteller Vergil sowohl die milit?rischeVernichtung der Stadt Karthago (-141) als gerechtfertigtab; wie auch den gerade eben vom R?mer Octavian erzwungenenSelbstmord der nordafrikanischen K?niginKleopatra nach ihrem fehlgeschlagenen Versuch,westliche und ?stliche Gebiete des r?mischen Herrschaftsbereichsin einer einzigen neuen Dynastie zuvereinigen: fehlgeschlagen zun?chst mit Gaius JuliusC?sar und dann mit dem Feldherrn Marcus Antonius.Der erste wird ermordet (sein Sohn mit Kleopatra namensKaisar war als Thronfolger vorgesehen), der zweitewird besiegt vom sp?teren Augustus. Vergil besingt denSieger Augustus in seiner Aeneis, macht b?se Hexen ausDido\/Kleopatra und verschafft Rom eine neue historischeGenealogie (= geboren aus den Aschen des nurdurch griechischen Betrug besiegten Troja).Auf diese Weise sind 'mythische' und politische 'Realgeschichte' unentwegt miteinander verzahnt. Buch derK?nigst?chter folgt der Spur der kolonisierenden Landnahmevon den K?rpern der fr?hen gottgeschw?ngertenpr?-griechischen K?nigst?chter - die in den Bildernder gro?en Renaissancemaler und der sp?teren europ?ischenMalerei nicht ohne Grund eine furiose Auferstehungerleben - ?ber die Asiatin Medea, die ph?nizisch\/karthagische Dido, zur mexikanischen Malinche, zurnordamerikanischen Pocahontas (und einigen weiteren)bis hin zu James Camerons 3D-Film Avatar (2009).Auch Cameron (Landnehmer im Bereich digitalerFilm erfindungen) erobert sein technologisches Neulandund entfaltet seine 'Utopie' einer neuen Weltall?kologie?ber den K?rper einer (halb g?ttlichen, halbanimalischen, computeranimierten) H?uptlingstochter,Pocahontas 2010.","brand":"Stroemfeld Verlag","offers":[{"title":"Used - good","offer_id":53647737684310,"sku":"9783878777526-G","price":26.49,"currency_code":"EUR","in_stock":true}],"thumbnail_url":"\/\/cdn.shopify.com\/s\/files\/1\/0925\/5829\/5382\/files\/product_image_9783878777526_1.jpg?v=1778731967","url":"https:\/\/www.momoxbooks.com\/products\/klaus-theweleit-pocahontas-2-9783878777526","provider":"momoxbooks","version":"1.0","type":"link"}